Sieben Brücken. Sieben Ringe. Ein unzerbrechlicher Fluch.

Berlin, 2017. In einem verlassenen Vergnügungspark, beherrscht von Jugendbanden, Drogen und Waffen, wird ein Säugling auf einer Bank zurückgelassen gefunden, eingewickelt in ein Tuch, bestickt mit einer unbekannten Sprache. Ein litauischer Teenager, der die Szene unbeabsichtigt beobachtet, versucht, ungesehen zu bleiben – doch noch in derselben Nacht entdeckt er in der Nähe eine ermordete junge Frau. Als Kommissar Johann Hartog in die Ermittlungen eintaucht, wird ihm klar, dass diese Todesfälle jeder gewöhnlichen Logik trotzen. Die Antworten liegen nicht nur in Berlins dunklen Ecken, sondern tief verwurzelt in der Geschichte einer einzigen Familie, die sich vom Belagerungskampf Königsbergs 1945 bis ins heutige Syrien erstreckt. Verbunden durch das Schicksal von vier Frauengenerationen und einen uralten Fluch, muss Hartog ein Labyrinth aus Geschichte, Illusion und Rache durchschreiten, bevor der Kreis des Schmerzes sein nächstes Opfer fordert.

Inhaltsangabe

Septyni Majos žiedai (Sieben Ringe der Maja) ist ein historischer Kriminalroman, der eine packende moderne Mordermittlung mit einer mehrgenerationenübergreifenden Saga von Trauma, Überleben und der unerschütterlichen Stärke von Frauen verwebt.

Die Geschichte beginnt 2017 in Berlin, innerhalb der unheimlichen Mauern eines verlassenen Vergnügungsparks – einem Zufluchtsort für Jugendbanden, Drogenhandel und Gewalt. Ein Baby wird auf einer Bank zurückgelassen gefunden, eingehüllt in einen Stoff, bestickt mit Worten in einer vergessenen Sprache. Ein litauischer Teenager wird zufällig Zeuge des Geschehens, versucht verzweifelt, verborgen zu bleiben, und stößt später in derselben Nacht auf die Leiche einer ermordeten jungen Frau. Kommissar Johann Hartog und sein Team werden beauftragt, die Verbindung zwischen diesen scheinbar unzusammenhängenden Ereignissen zu entschlüsseln.

Hartog erkennt schnell, dass der Fall sich nicht mit herkömmlichen polizeilichen Mitteln lösen lässt. Die Ermittlungen zwingen ihn, in die tief verworrenen Wurzeln der Familie Tolvaičiai einzutauchen. Die Erzählung spannt sich über sieben verschiedene Zeitperioden und Schauplätze, verbindet die brutale Belagerung Königsbergs 1945 (heute Kaliningrad), die ländlichen Landschaften Litauens und die moderne Radikalisierung in Europa und Syrien.

Im Zentrum des Romans steht das Konzept der „Maya" – das Sanskrit-Wort für Illusion – sowie das wiederkehrende Motiv der Zahl Sieben. Die Geschichte verwebt das berühmte mathematische Problem der Sieben Brücken von Königsberg (Eulers Dilemma) mit dem mythologischen Fluch der Göttin Pregara, die die Bewohner der Stadt dazu verdammte, endlos umherzuwandern, bis das Rätsel der Brücken gelöst sei. Dieser Fluch dient als Metapher für die zyklische Natur von Trauma und die Unmöglichkeit, der eigenen Vergangenheit zu entkommen.

Getragen wird die Erzählung von den verflochtenen Schicksalen von vier Frauengenerationen der Familie Tolvaičiai. Durch ihre Augen erforscht der Roman das tiefgreifende Thema Femizid sowie die psychische und physische Gewalt, die Frauen in verschiedenen Epochen widerfährt. Von Gertrūda, die nach dem Zweiten Weltkrieg in die Ruinen ihrer zerstörten Heimatstadt zurückkehrt und versucht, für ihre Tochter die Geschichte neu zu schreiben, bis hin zu Maja, der zentralen Figur, deren Rachefeldzug die Grenze zwischen Opfer und Täterin verwischt.

Während Hartog die Hinweise zusammensetzt – von alten Dialekten bis zu Interpol-Berichten über Schmuggel – enthüllt er ein Netz zerbrochener Illusionen, das von Hitlers Wahnvorstellungen 1938 bis zu den modernen geopolitischen Krisen 2025 reicht. Letztlich offenbart sich Majas Rache als verzweifelter Ausdruck vererbten Leids, doch erst durch Opferbereitschaft und Vergebung gelingt es den Frauen, den verfluchten Kreis zu durchbrechen, die Gestalt zu schließen und Befreiung zu finden.